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SRI LANKA nach den Anschlägen

Bei der Anschlagsserie am Ostersonntag, dem 21. April 2019, sind mehr als 250 Menschen in Sri Lanka ums Leben gekommen. Mehrere Anschläge wurden auf vier Hotels sowie Kirchen in der Hauptstadt Colombo, in den nahen Orten Negombo und Kochchikade sowie auf eine Kirche in Batticaloa an der Ostküste verübt.

Das Auswärtige Amt steht in Verbindung mit der deutschen Botschaft in Colombo und rät aktuell nicht mehr von Reisen auf die Insel ab, dennoch ist erhöhter Vorsicht ist geboten.

Wir hatten ursprünglich geplant am 28. April von Australien aus direkt nach Sri Lanka zu reisen. Auf Grund der Lage vor nun vier Wochen entschieden wir uns unseren Plan ein wenig zu ändern. Die Airline hatte uns angeboten den Flug kostenfrei zu stonieren. Wir fühlten uns einfach nicht wohl mit dem Gedanken zum „Urlaub“ machen nach Sri Lanka zu fliegen kurz nachdem das Land so stark vom Terrorisum getroffen wurde. Dennoch wollten wir auf jeden Fall während unserer Weltreise auf Sri Lanka Zeit verbringen und entschieden uns dazu ein bisschen Zeit vergehen zu lassen. 

Heute, einen Monat nach den Anschlägen sind wir in Colombo gelandet. Von Anfang an hatten wir nicht vor Zeit in Colombo zu verbringen und somit machten wir uns nach Ankunft direkt auf zu unserem ersten Ziel – Ahangama im Süd-Westen der Insel. 

Schon dirket nach der Landung viel uns auf, wie leer und fast verlassen der Flughafen war. Und auch in der Ankunftshalle herrschte kein heges Treiben. Da es schon recht spät war und wir mit zwei Surfboard-Taschen reisen entschieden wir uns fürs Taxi, um nach Ahangama zu kommen.

Für umgerechnet knapp 50 € fuhr uns dann der Taxifahrer die knapp 200 km ( 3 Stunden Autofahrt) in den Süden. Während der Fahrt unterhielten wir uns mit dem Fahrer und er erzählt uns von den vergangenen Wochen. 

Viel weniger Touristen

Im Süden in Ahangama angekommen begrüßten uns am nächsten Morgen menschenleere Strände – eine gähnende Leere. In den Strand-Restaurants und Hotels gibt es zurzeit kaum Gäste und das haben wir zu 100 % gespürt. In den meisten Cafés waren wir die einzigen Gäste und auch in unserer Unterkunft blieben wir alleine. Unser Gastgeber konnte gar nicht oft genug wiederholen, wie dankbar er ist dass wir hergekommen sind und ein paar Nächte in seinem Guesthouse verbringen.

2,3 Millionen Reisende kamen nach Angaben der Tourismus-Behörde allein im vergangenen Jahr nach Sri Lanka. 400 Prozent mehr als noch vor 10 Jahren, unmittelbar nach Ende des Bürgerkrieges. Der Reiseführer Lonely Planet verlieh der Perle des Indischen Ozeans, wie der Inselstaat an der Südspitze Indiens genannt wird, den Titel bestes Reiseziel des Jahres 2019. Doch das ist nun Geschichte.

Und es sind nicht nur die Hotels, die den Einbruch bei den Buchungszahlen zu spüren bekommen. Rund eine Million Menschen in Sri Lanka leben direkt oder indirekt vom Tourismus. Souvenirverkäufer und Rikscha-Fahrer sind ebenfalls betroffen. 

Im Süden beginnt nun auch die Nebensaison und es wird dort allgemein etwas ruhiger. Dennoch erzählen uns die Einheimischen das es besonders ruhig ist und die Hotelbranche besonders betroffen von den Anschlägen.

Denn auch als wir eine Woche später nach Arugam Bay in den Osten reisen erleben wir ähnliches. Dort sind zwar um einiges mehr Touristen auf den Straßen unterwegs, aber längst nicht so viele wie sonst um diese Jahreszeit. Denn nun ist hier Hochsaison. 

Raffaele unsere Gastgeberin in Arugam Bay berichtet von 95 % Stornierungen für die Monate Mai, Juni und Juli. 

Wie sicher ist Sri Lanka nach den Anschlägen?

Wir reisen nun seit Ende Mai durch Sri Lanka und fühlen uns wirklich sehr, sehr sicher. Die ein oder andere Polizeikontrolle mussten auch wir passieren, aber beängstigend finden wir diese nicht. Ganz im Gegenteil, sie geben uns Sicherheit. Es gab also bisher nicht einen beunruhigenden Moment oder ähnliches. Wir können als nur zu einer Sri Lanka Reise raten. Wenn ihr als am überlgen seid, ob ihr eure zeitnah geplante Reise antreten sollt. Macht es! 

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